Pressefreiheit in der Corona-Krise

Die Covid-19-Pandemie hat in vielen Ländern weltweit gravierende Auswirkungen auf die Pressefreiheit. Regierungen halten Informationen über Ansteckungs- und Todesfälle zurück und versuchen, die Berichterstattung zu manipulieren. Journalistinnen, Journalisten und ihre Redaktionen werden verfolgt oder schikaniert, weil sie unabhängige Informationen verbreiten. Forderungen nach flächendeckender Datenerfassung und nach Strafen für die Verbreitung falscher Informationen werden salonfähig. Inhaftierte Medienschaffende sitzen in überfüllten Gefängnissen mit schlechter Gesundheitsversorgung fest. Akut bedrohte Journalistinnen und Journalisten können wegen geschlossener Grenzen nicht ins Ausland fliehen.

Ein Überblick
Hopewell Chin’ono wird interviewt
Simbabwe21.11.2020

#FreeThemAll: Hopewell Chin’ono

In Simbabwe ist der Journalist Hopewell Chin’ono erneut festgenommen worden. Laut Medienberichten wurde ein Verfahren wegen „Missachtung des Gerichts“ gegen ihn eröffnet. Dabei war Chin’ono erst im September nach 44 Tage in Untersuchungshaft freigelassen worden.

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Mustafa Al-Kadhimi steht bei einer Pressekonferenz vor verschiedenen Mikrofonen; links neben ihm wurde die irakische Flagge platziert
Corona-Ticker: Irak19.11.2020

Regierung unterbindet Corona-Berichterstattung

Im Irak müssen aktuell mehrere Medienschaffende wegen ihrer Berichterstattung über die Covid-19-Pandemie mit einer Haftstrafe rechnen. Alle hatten zuvor kritisch über den Umgang der Regierung von Ministerpräsident Mustafa Al-Kadhimi mit der Pandemie berichtet. Dazu gehören auch mindestens vier Blogger und ein Journalist.

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John Magufuli vor einem Rednerpult
Corona-Ticker: Tansania12.11.2020

Corona-Berichterstattung wird verhindert

Reporter ohne Grenzen verurteilt die mangelnde Transparenz der tansanischen Regierung unter Präsident John Magufuli im Umgang mit der Covid-19-Pandemie. Eine unabhängige und verlässliche Berichterstattung ist für die Eindämmung der Pandemie sowie für den Erhalt der Pressefreiheit von höchster Bedeutung.

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Logo des Forums mit der Aufschrift: "Forum für Information und Demokratie"
Forum Information und Demokratie12.11.2020

Empfehlungen zum Umgang mit Desinformation

Vor dem Hintergrund der rasanten Verbreitung von Desinformationen im Netz im Kontext der Covid-19-Pandemie und der US-Wahlen veröffentlicht das Forum für Information und Demokratie den Bericht „How to end infodemics“ („Wie die Infodemie gestoppt werden kann“). Dieser basiert auf der Arbeit von renommierten Expertinnen und Experten.

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Polizisten stehen während der Demonstration der Stuttgarter Initiative „Querdenken“ auf dem Augustusplatz vor Gegendemonstranten.
Proteste gegen Corona-Maßnahmen11.11.2020

Jagd auf Journalisten hinter bürgerlicher Fassade

Die jüngsten Proteste gegen staatliche Corona-Schutzmaßnahmen in Deutschland belegen eine gefährlich zunehmende Gewaltbereitschaft gegen Journalistinnen und Journalisten. Neonazis und Hooligans nutzen die Demonstrationen, um unter dem Deckmantel einer bürgerlichen Protestbewegung gezielt Medienschaffende anzugreifen.

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Alle Meldungen
Europäische Nationalflaggen vor Hauptsitz des EU-Parlaments in Straßburg.
am 27.11.2020 onlineOnline-PodiumsdiskussionICS

Was tun gegen die EUrosion der Pressefreiheit?

Wie lassen sich EU-Standards für Pressefreiheit in Ländern wie Ungarn, Polen, Bulgarien oder Slowenien wirksamer als bisher durchsetzen? Unter dem Titel „Was tun gegen die EUrosion der Pressefreiheit?“ diskutieren darüber Katarina Barley (Vizepräsidentin des EU-Parlaments), Michael Kokot (Gazeta Wyborcza) und Kai-Olaf Lange (SWP).

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