Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Lettland
Europa - ZentralasienJournalist*innen in Lettland arbeiten in einem vergleichsweise freien und sicheren Umfeld. Politischer Druck auf Medien bleibt jedoch ein Problem. Auch der Zugang der russischsprachigen Bevölkerung zu verlässlichen und vielfältigen Informationen ist eingeschränkt.
MEDIEN
Neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk LSM gibt es eine solide Landschaft privat geführter Medien, darunter die TV3 Group, die Nachrichtenseite DELFI und das Baltic Centre for Investigative Journalism (Re:Baltica) sowie lokale Medienangebote. Einige Medien, die mehr Freiheit suchen, haben Russland verlassen und sich in Lettland angesiedelt. Die meisten Fernsehsender und Dutzende Nachrichtenwebsites mit Sitz in Russland wurden verboten – wegen mutmaßlicher Verstöße gegen lettisches und europäisches Recht sowie aus Gründen der nationalen Sicherheit.
POLITIK
Medien in Lettland arbeiten grundsätzlich unabhängig. Investigativer und analytischer Journalismus ist stark und ermöglicht es, politische Verantwortung einzufordern. Staatliche Informationen sind meist zugänglich. Doch die Transparenz hat gelitten. Gründe sind Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt. Und die mangelnde Bereitschaft mancher Politiker*innen, mit der Presse zu sprechen. Die Medienaufsicht steht zudem in der Kritik, nicht unabhängig genug von der Regierung zu sein. Verbote einzelner Medien und politische Vorhaben wie die neue Sicherheitsstrategie zeigen: Behörden haben zunehmend Einfluss auf die Medienregulierung. Diese Strategie sieht unter anderem vor, russischsprachige öffentlich-rechtliche Angebote ab 2026 zu beenden.
GESETZE
Der Rechtsrahmen garantiert die Pressefreiheit, den Quellenschutz und den Zugang zu öffentlichen Informationen. Medienschaffende sind keiner Zensur unterworfen. Ihre Vertreter*innen sind zumeist in die Beratungen über neue Gesetze, die Auswirkungen auf den Berufsstand haben, eingebunden. Wenn Journalist*innen und Medien verklagt werden, entscheiden die Gerichte meist zugunsten der Pressefreiheit. Ethische Fragen fallen in den Zuständigkeitsbereich des Rates für Medienethik und der Ombudsperson.
WIRTSCHAFT
Alle Medien, ob privat oder öffentlich, haben mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Diese werden durch digitale Plattformen noch verstärkt. Auf lokaler Ebene stehen einige im Wettbewerb mit kommunal finanzierten Nachrichtenorganen. Die Eigentumsverhältnisse der Medien sind im Allgemeinen transparent, größere Sorgen hinsichtlich einer Marktdominanz bestehen nicht. Dennoch wäre eine größere Vielfalt gut für Ausgewogenheit und Pluralismus in der Medienlandschaft. Vor Wahlen versuchen Politiker*innen regelmäßig, die Berichterstattung bestimmter Medien in ihrem Sinne zu beeinflussen.
GESELLSCHAFT
Die Medien berichten hauptsächlich auf Lettisch und Russisch. Der Druck auf russischsprachige Medien in Lettland nimmt seit dem Krieg in der Ukraine zu. LSM hat seine russischsprachigen Radiosendungen bereits eingestellt. Durch entzogene Sendelizenzen gibt es für die russischsprachige Bevölkerung weniger Angebote. Der Zugang zu verlässlichen Informationen wird damit zu einem echten Problem. Gleichzeitig verbreiten sich mehr Falschmeldungen, und das Vertrauen in Medien sinkt.
SICHERHEIT
Medienschaffende bewegen sich im Allgemeinen in einem sicheren Umfeld, können aber auf der Straße und im Internet verbalen Angriffen ausgesetzt sein. Aus diesen Gründen wurde ein Schutzplan für Journalist*innen verabschiedet. Er enthält eine Reihe von Maßnahmen zur Sicherheit. Obwohl die Polizei ein Memorandum zum Schutz von Medienschaffenden unterzeichnet hat, gibt es Bedenken hinsichtlich der effektiven Umsetzung. Im Vorfeld von Wahlen häufen sich politische Angriffe auf die Medien und Versuche, sie zu diskreditieren.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
- RSF-Empfehlungen
Das sollten Demokratien aus der Rangliste der Pressefreiheit 2026 lernen
Die Kriminalisierung journalistischer Arbeit ist inzwischen eine der größten Bedrohungen für Demokratien weltweit. Das zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2026 von Reporter...

- Rangliste der Pressefreiheit 2026
Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit „guter“ Pressefreiheit
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Jahresbilanz 2025: 67 getötete Reporter*innen, über 500 in Haft
Journalist*innen weltweit waren auch im Jahr 2025 enorm gefährdet. Das liegt vor allem an bewaffneten Konflikten und dem organisierten Verbrechen: Mindestens 53 der 67 im Zeitraum 1. Dezember 2024 bis...

- Rangliste der Pressefreiheit 2025
Wirtschaftlicher Druck schwächt Pressefreiheit
Die Pressefreiheit ist weltweit auf einem historischen Tiefstand. Das zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (RSF) am 2. Mai 2025 veröffentlicht hat. In 90 von 180...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2024
Weltweit 54 Journalisten getötet und 550 in Haft
Sie berichten über Kriege, organisierte Kriminalität und Proteste und bezahlen mit ihrem Leben: In diesem Jahr sind 54 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden. Besonders...

- Journalismus in Zeiten von #MeToo
Trotz Gewalt mehr Berichte zu Frauenrechten
Seit Beginn der #MeToo-Bewegung vor sieben Jahren, im Oktober 2017, hat die Berichterstattung zu Frauenrechten und geschlechtsspezifischer Gewalt deutlich zugenommen. Das ist ein Ergebnis des neuen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2024
Gewalt bedroht Berichterstattung über Wahlen
Mehr Übergriffe im Umfeld von Wahlen und eine Rekordzahl von Ländern mit katastrophalen Bedingungen für Medienschaffende: Die Lage der Pressefreiheit hat sich im weltweiten Vergleich weiter deutlich...

Rangliste der Pressefreiheit 2024
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Freitag, 3. Mai 2024, die Rangliste der Pressefreiheit 2024. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Internationaler Frauentag
Immer längere Haftstrafen für Journalistinnen
Das Schicksal von Maryna Zolatava steht beispielhaft für viele Frauen, die für ihren Mut einen hohen Preis bezahlen: Die belarussische Journalistin wurde zu zwölf Jahren Straflager verurteilt. Das...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2023
Weniger Getötete trotz der Tragödie in Gaza
In diesem Jahr sind 45 Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Das sind so wenige wie seit 2002 nicht mehr – trotz des Krieges zwischen Israel und der Hamas. In diesem...

- Journalismus im Exil
Neue RSF-Karte zeigt Flucht- und Aufnahmeländer
Weltweit sind Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit bedroht oder gefährdet und müssen ins Ausland fliehen. Reporter ohne Grenzen (RSF) hat erstmals Migrationsbewegungen von...

- Rangliste der Pressefreiheit 2023
Unterdrückung von Berichterstattung nimmt zu
Krisen, Kriege und die anhaltende Ausbreitung des Autoritarismus haben dazu geführt, dass die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so instabil war wie seit langem nicht. Dies lässt sich aus der...

- Weltweit
1.657 Medienschaffende seit 2003 getötet
Am heutigen Freitag (07. April) vor genau 20 Jahren wurde der deutsche Journalist Christian Liebig im Irak getötet. Aus diesem Anlass blickt Reporter ohne Grenzen (RSF) auf zwei besonders tödliche...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022
So viele Journalisten in Haft wie nie zuvor
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2022 auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen weltweit mindestens 533 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit im...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Jahresbilanz der Pressefreiheit
Angriffe auf die Pressefreiheit in Zahlen: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht am kommenden Mittwoch (14. Dezember) die Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022. Darin ziehen wir Bilanz, wie viele...
