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Hongkong

Der Einfluss Pekings hat zu einer deutlichen Verschlechterung der Lage der Pressefreiheit in Hongkong geführt. So wurde der Financial-Times-Journalist Victor Mallet im Oktober 2018 ausgewiesen, nachdem er als Vizepräsident des Foreign Correspondents‘ Club of Hong Kong (FCCHK) den Vertreter einer Partei eingeladen hatte, die sich für die Unabhängigkeit Hongkongs einsetzt. Mehr als die Hälfte der Medieneigentümer Hongkongs gehören politischen Organisationen in Festlandchina an. Das Verbindungsbüro der Kommunistischen Partei Chinas kontrolliert mehrere Medien in Hongkong. Widerstand kommt von einigen unabhängigen Online-Medien wie Citizen News, The Initium, Hong Kong Free Press und inMedia, deren Leser*innenzahl wächst.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 80 von 180
Hongkong 06.07.2020

#FreeThemAll: Ma Kai-chung

© picture alliance / Geisler-Fotopress | Michael Hübner/Geisler-Fotopress

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die Behörden in Hongkong dazu aufgefordert, die Vorwürfe gegen die Journalisten Ma Kai-chung und Wong Ka-ho fallenzulassen. Ma, der als Reporter für die Nachrichtenseite Passion Times arbeitet, und Wong, seines Zeichens stellvertretender Chefredakteur eines Studentenmagazins der City University Hong Kong, waren am 10. Juni wegen „Randale und Unruhestiftung“ angezeigt worden. Die beiden hatten im vergangenen Jahr über den Sturm des Stadtparlaments von Hongkong durch prodemokratische Demonstranten berichtet. 

Sollten Ma und Wong für schuldig befunden werden, dann drohen ihnen Haftstrafen von bis zu sieben Jahren. Im August sollen sie erstmals vor Gericht erscheinen. Neben Ma und Wong sollen dann auch zehn der Demonstrantinnen und Demonstranten gehört werden, die an dem Sturm des Stadtparlaments beteiligt gewesen sein sollen. Letzteren wird jedoch lediglich „Landfriedensbruch“ vorgeworfen, ein Tatbestand, für den qua Gesetz eine Maximalstrafe von drei Monaten in Haft vorgesehen ist.



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