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Japan

Seit dem Amtsantritt von Premierminister Shinzo Abe beklagen Journalist*innen in Japan ein Klima des Misstrauens gegen sie. In der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt wird Medienpluralismus zwar grundsätzlich respektiert, er gerät jedoch zunehmend durch Medienbesitzkonzentration und Wirtschaftsinteressen unter Druck. Die exklusiven sogenannten Kisha clubs (Reporter-Clubs) benachteiligen freie Journalist*innen und ausländische Reporter*innen. Auf sozialen Netzwerken schikanieren nationalistische Gruppen Medienschaffende, die regierungskritisch und „unpatriotisch“ über Themen wie die Nuklearkatastrophe in Fukushima oder die US-Militärpräsenz in Okinawa berichten. Ein 2013 beschlossenes Whistleblower-Gesetz bestraft die Verbreitung von geheimen Informationen mit bis zu zehn Jahren Haft.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 66 von 180
Japan20.07.2020

#FreeThemAll: Yasumi Iwakami

Ein Gericht in der japanischen Stadt Osaka hat die Berufung des Journalisten Yasumi Iwakami abgewiesen. Iwakami war im September 2019 wegen „Verleumdung“ schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 330.000 Yen, umgerechnet rund 2.700 Euro, verurteilt worden.

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Rangliste der Pressefreiheit 202021.04.2020

Journalisten unter Druck von vielen Seiten

Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die Pressefreiheit weltweit in Frage. Das macht die Rangliste der Pressefreiheit 2020 von Reporter ohne Grenzen deutlich.

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Japan10.03.2020

Fukushima: Freie Berichterstattung zulassen

Vor dem neunten Jahrestag der Nuklearkatastrophe in Fukushima fordert Reporter ohne Grenzen die japanischen Behörden auf, endlich eine freie Berichterstattung über das Thema zuzulassen. Seit dem Unfall beklagen Medien, die darüber berichten wollen, Zensurversuche und werden unter Druck gesetzt.

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