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Japan

Seit dem Amtsantritt von Premierminister Shinzo Abe beklagen Journalist*innen in Japan ein Klima des Misstrauens gegen sie. In der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt wird Medienpluralismus zwar grundsätzlich respektiert, er gerät jedoch zunehmend durch Medienbesitzkonzentration und Wirtschaftsinteressen unter Druck. Die exklusiven sogenannten Kisha clubs (Reporter-Clubs) benachteiligen freie Journalist*innen und ausländische Reporter*innen. Auf sozialen Netzwerken schikanieren nationalistische Gruppen Medienschaffende, die regierungskritisch und „unpatriotisch“ über Themen wie die Nuklearkatastrophe in Fukushima oder die US-Militärpräsenz in Okinawa berichten. Ein 2013 beschlossenes Whistleblower-Gesetz bestraft die Verbreitung von geheimen Informationen mit bis zu zehn Jahren Haft.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 66 von 180
Die Regierungs- und Staatsoberhäupter nebeneinander; anstelle ihrer eigentlichen Gesichter sind jedoch die der in Saudi-Arabien inhaftierten Medienschaffenden zu sehen
G20-Gipfel20.11.2020

Mehr Pressefreiheit für Saudi-Arabien fordern

Vor dem digitalen G20-Gipfel in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad weist Reporter ohne Grenzen erneut auf die prekäre Lage der Pressefreiheit in Saudi-Arabien hin. Mit einer Social-Media-Kampagne ruft RSF die Öffentlichkeit dazu auf, die Staats- und Regierungsoberhäupter der G20 in die Pflicht zu nehmen.

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Fotograf fotografiert einen Hubschrauber, der mit Wasser die Waldbrände bekämpft.
International26.08.2020

Umweltjournalismus: Gefährliche Recherchen

Umweltjournalistinnen und Umweltjournalisten geraten in vielen Ländern der Welt zunehmend unter Druck. Weltweit wurden mindestens zehn Medienschaffende, die zu Umweltthemen berichteten, in den vergangenen fünf Jahren getötet. Insgesamt zählte RSF in diesem Zeitraum 53 Verletzungen der Pressefreiheit im Zusammenhang mit Umweltjournalismus.

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Japan20.07.2020

#FreeThemAll: Yasumi Iwakami

Ein Gericht in der japanischen Stadt Osaka hat die Berufung des Journalisten Yasumi Iwakami abgewiesen. Iwakami war im September 2019 wegen „Verleumdung“ schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe von 330.000 Yen, umgerechnet rund 2.700 Euro, verurteilt worden.

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