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Marokko

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 133 von 180
Marokko 29.01.2020

#FreeThemAll: Mohamed Sekkaki

Marokkanische Flaggen in Casablanca
Marokkanische Flaggen in Casablanca © picture alliance/Geisler-Fotopress

In Marokko befindet sich der YouTuber Mohamed Sekkaki seit dem 27. Dezember 2019 in Haft. Ein Gericht in der Stadt Settat hatte ihn zuvor wegen „Majestätsbeleidigung“ zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe und einer Geldstrafe von umgerechnet 3500 Euro verurteilt. Sekkaki war angeklagt worden, weil er sich in einem Video kritisch über König Mohammed VI. geäußert und seine Landsleute als Esel bezeichnet hatte.

Neben Sekkaki wurde in Marokko zuletzt auch der Journalist Omar Radi wegen kritischer Äußerungen verhaftet. Hintergrund seiner Verhaftung war ein Tweet aus dem Monat April: Damals hatte Radi einen marokkanischen Richter als „Henker“ bezeichnet, weil dieser insgesamt 42 Angeklagte zu Haftstrafen von bis zu 20 Jahren verurteilt hatte. Die Angeklagten hatten allesamt wegen ihrer Teilnahme an den regierungskritischen Protesten in der Rif-Region im Norden Marokkos aus den Jahren 2016 und 2017 vor Gericht gestanden.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Marokko auf Platz 135 von insgesamt 180 Ländern

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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