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Marokko

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 133 von 180
Marokko 09.12.2019

#FreeThemAll: Taoufik Bouachrine

Eine Frau trägt ein Schild mit dem inhaftierten Journalisten Taoufik Bouachrine bei einem Protest in der marokkanischen Hauptstadt Rabat. © picture alliance / AP Photo

Seit dem 1. Dezember dieses Jahres befindet sich der marokkanische Journalist Taoufik Bouachrine in einem Hungerstreik, um gegen seine Haftbedingungen zu protestieren. Dabei war sein Gesundheitszustand laut Medienberichten schon vor Beginn seines Protests fragil.

Der Redakteur und Herausgeber der regierungskritischen Tageszeitung Akhbar al-Yaoum war im Februar 2018 festgenommen und von einem Gericht wegen „Missbrauch“, „Nötigung zu sexuellen Handlungen“ und „Menschenhandel“ zu einer Haftstrafe von 12 Jahren verurteilt worden. Später verlängerte ein Berufungsgericht in Casablanca die Haftstrafe um weitere drei Jahre und verhängte darüber hinaus noch Entschädigungszahlungen von umgerechnet 250.000 Euro.

Viele Beobachter zweifelten schon zu Prozessbeginn an den Vorwürfen gegen Bouachrine. So bezeichneten Experten des UN-Menschenrechtsrats das Verfahren als „willkürlich“ und als eine Form „gerichtlicher Schikane“. Der Organisation Human Rights Watch zufolge verweigerten die marokkanischen Behörden dem Journalisten im Gefängnis den Kontakt zu anderen Häftlingen. Sie verboten ihm zudem, mit Aufsehern zu sprechen, und verlegten ihn über Monate hinweg in Isolationshaft.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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