#FreeThemAll: Omoyele Sowore | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Nigeria 11.10.2019

#FreeThemAll: Omoyele Sowore

Mann wirft Zettel in Wahlurne.
Stimmabgabe in Abuja bei den Präsidentschaftswahlen im Februar. © picture alliance / Photoshot

Obwohl ein Gericht in der nigerianischen Stadt Abuja eine umgehende Freilassung des Menschenrechtsaktivisten Omoyele Sowore angeordnet hat, befindet sich dieser weiterhin in Haft. Sowore, der das Online-Nachrichtenportal „Sahara Reporters“ gegründet hat und im Februar dieses Jahres als Kandidat in den nigerianischen Präsidentschaftswahlen antrat, war am 3. August vom Staatssicherheitsdienst (DSS) verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm „Landesverrat“, „Cyberstalking“ und „Geldwäsche“ vor.

Kurz vor seiner Verhaftung hatte Sowore zu landesweiten Protesten gegen die nigerianische Regierung und den amtierenden Staatspräsidenten Muhammadu Buhari aufgerufen. Sein Anwalt bezeichnete den Prozess als illegal und warf der nigerianischen Regierung vor, die Staatsgewalt zu nutzen, um einen politischen Gegner auszuschalten. Bei einer ersten Anhörung am 30. September dieses Jahres plädierte Sowore in allen Anklagepunkten auf „nicht schuldig“.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Nigeria auf Platz 120 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.



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