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Simbabwe

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 116 von 180
Simbabwe 27.10.2003

Reporter ohne Grenzen fordert Ende der Willkür gegenüber der unabhängigen Presse in Simbabwe

Washington Sansole, einer der Direktoren der Daily News, Simbabwes einziger unabhängiger Zeitung, ist am Sonntag in Bulawayo verhaftet worden. Bereits am Vortag waren 18 Mitarbeiter vorübergehend festgenommen worden. Reporter ohne Grenzen ist empört über diese Verhaftungswelle und fordert Präsident Robert Mugabe zur sofortige Freilassung von Sansole auf.

Washington Sansole, einer der neun Direktoren der Daily News, wurde am Sonntag verhaftet. Wie AFP berichtet, erklärte die Polizei, sie würde Washington Sansole so lange festhalten, "bis sich die anderen Verantwortlichen der Zeitung gestellt hätten." Vier der neun Direktoren sind jedoch bereits aus dem Land geflüchtet. Einen Tag zuvor hatten die Behörden 18 Mitarbeiter der unabhängigen Zeitung für einige Stunden festgenommen und auch Tulepi Nkomo, die Nichte des Direktors, Samul Nkomo, in der Wohnung Ihres Onkels verhaftet. Tulepi Nkomo hat beruflich nichts mit der Zeitung zu tun.

"Wir sind schockiert über die Verhaftungen," erklärte Robert Ménard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen, gestern in Paris. "Die Behörden in Simbabwe tun alles, um das Erscheinen des einzigen unabhängigen Blattes zu verhindern. Diese Willkür muss ein Ende haben," führte Ménard fort.

Die Daily News war vergangenen Samstag, erstmals nach ihrem Verbot am 12. September, wieder erschienen. In dieser Ausgabe warf sie den Behörden Simbabwes vor, sie dulde nur "unterwürfige Medien, die nichts Kritisches über die Regierung von sich geben." Auf Seite eins brachte sie eine Karikatur des Informationsministers, vom Gewicht eines Stapels Daily News erschlagen.

Nach Angaben von Reuters wurden die 18 am Samstag verhafteten Mitarbeiter nach wenigen Stunden freigelassen. Allerdings hätten sie vorher eine Erklärung unterschreiben müssen, Betriebsangehörige von Daily News zu sein. Diese kann die Grundlage für strafrechtliche Verfolgung sein.

Die Büros der Daily News sind angeblich noch immer von der Polizei besetzt. Gugulethu Moyo, die Rechtsanwältin der Zeitung erklärte gegenüber Reuters: "Diese Aktionen sind ein Racheakt der Regierung Zimbabwes, die Recht und Ordnung predigt aber das Gesetz des Dschungels praktiziert."

Hintergrund ist die Entscheidung eines Verwaltungsgerichts in Harare, die das Erscheinen der Daily News wieder autorisierte. Der Daily News war im September die nach den Pressegesetzen notwendige Registrierung bei der staatlichen Medienkommission verweigert worden. Die Zeitung wurde so in die Illegalität getrieben. Das Gericht hob nun am Freitag das Urteil mit der Begründung auf, die Entscheidung sei illegal und die Kommission dem Blatt gegenüber vor eingenommen gewesen. Eine erneute Entscheidung der Kommission steht bis zum 20. November an.

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