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Griechenland

Nach Beginn der Wirtschaftskrise 2008 rutschte Griechenland auf der Rangliste der Pressefreiheit deutlich ab. Viele Medienhäuser mussten schließen, hunderte Redakteur*innen wurden arbeitslos. In den vergangenen Jahren verbesserte sich die wirtschaftliche Situation wieder. Seit 2018 gibt es aber ambivalente Entwicklungen: Die linke Syriza-Regierung vergab Lizenzen an fünf neue Fernsehsender, gleichzeitig musste der älteste Privatfernsehsender des Landes, Mega TV, schließen. Nach dem Wahlsieg der konservativen Nea Demokratia 2019 wurden der öffentliche Rundfunk ERT und die staatliche Nachrichtenagentur ANA-MPA per Präsidentialdekret direkt dem Premierminister unterstellt. Angriffe auf Journalist*innen, gerade auf Demonstrationen, sind häufig – von Rechts- wie von Linksextremen, aber auch von der Polizei. Immer wieder attackieren Anarchisten Redaktionsgebäude.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 65 von 180
Rangliste der Pressefreiheit 2020 21.04.2020

Journalisten unter Druck von vielen Seiten

Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die Pressefreiheit weltweit in Frage. Das macht die Rangliste der Pressefreiheit 2020 von Reporter ohne Grenzen deutlich.

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Boot mit Geflüchteten im Hafen von Thermi, Lesbos
Griechenland 03.03.2020

Behörden müssen Journalisten schützen

Reporter ohne Grenzen ist bestürzt über die jüngsten Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in Griechenland und fordert die griechischen Behörden dazu auf, Medienschaffende besser zu schützen. Gleichzeitig verurteilt RSF die Eingriffe bei der Berichterstattung durch den öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender ERT.

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Antonis Samaras, ehemaliger griechischer Premierminister
Griechenland 12.02.2020

#FreeThemAll: Kostas Vaxevanis

In Athen ist der Journalist Kostas Vaxevanis am 21.Januar dieses Jahres zu einer fünfmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte auf Twitter einen satirischen Bildbeitrag über den ehemaligen griechischen Premierminister Antonis Samaras geteilt.

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Länderbericht

Auch Medien Opfer der Krise

Im Jahr 2011 gerieten Dutzende Reporter und Fotografen bei Demonstrationen gegen die Sparpolitik der Regierung zwischen die Fronten und erlitten Verletzungen. Medienhäuser schlossen, weil Anzeigen wegbrachen; Hunderte Journalisten verloren ihre Jobs.

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