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Griechenland

Nach Beginn der Wirtschaftskrise 2008 rutschte Griechenland auf der Rangliste der Pressefreiheit deutlich nach hinten. Viele Medienhäuser mussten schließen, hunderte Redakteur*innen wurden arbeitslos. Seit einigen Jahren verbessert sich die Situation wieder. 2018 gab es einschneidende Veränderungen: Die Regierung vergab Lizenzen an fünf neue Fernsehsender. Gleichzeitig musste der älteste Privatfernsehsender des Landes, Mega TV, schließen. Das Parlament verabschiedete ein Gesetz, das die Verfolgung von Pressedelikten abschwächen soll. Bislang nutzten Politiker*innen und Geschäftsleute die bestehende Regelung oft, um Journalist*innen festnehmen zu lassen. Angriffe auf Journalist*innen und Medien sind häufig – von Rechts- wie von Linksextremen, aber auch von der Polizei.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 65 von 180
Antonis Samaras, ehemaliger griechischer Premierminister
Griechenland 12.02.2020

#FreeThemAll: Kostas Vaxevanis

In Athen ist der Journalist Kostas Vaxevanis am 21.Januar dieses Jahres zu einer fünfmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte auf Twitter einen satirischen Bildbeitrag über den ehemaligen griechischen Premierminister Antonis Samaras geteilt.

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Journalist Thomas Jacobi spricht mit blutüberströmtem Gesicht in Mikrofone und Kameras
Griechenland 21.01.2020

Neonazis verprügeln deutschen Korrespondenten

Reporter ohne Grenzen verurteilt den brutalen Angriff rechtsextremer Demonstranten auf den Deutsche-Welle-Korrespondenten Thomas Jacobi in Athen. Etwa zehn Männer prügelten minutenlang auf Jacobis Gesicht ein, zerstörten seine Mobiltelefone und raubten ein Aufnahmegerät, ohne dass die Polizei eingriff.

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Fünf Jahre nach Charlie Hebdo 07.01.2020

Schutz vor religiös motivierten Angriffen

Fünf Jahre nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo am 7. Januar 2015 fordert Reporter ohne Grenzen gemeinsam mit zwei Sonderberichterstattern der Vereinten Nationen Regierungen sowie internationale Organisationen weltweit auf, Journalistinnen und Journalisten gegen Angriffe aufgrund von religiöser Intoleranz zu schützen.

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Länderbericht

Auch Medien Opfer der Krise

Im Jahr 2011 gerieten Dutzende Reporter und Fotografen bei Demonstrationen gegen die Sparpolitik der Regierung zwischen die Fronten und erlitten Verletzungen. Medienhäuser schlossen, weil Anzeigen wegbrachen; Hunderte Journalisten verloren ihre Jobs.

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