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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Island
Europa - ZentralasienDie Medien profitieren von pressefreundlichen Gesetzen und genießen ein hohes Maß an öffentlichem Vertrauen. Ihre aufgrund der geringen Größe des Marktes ohnehin fragile Unabhängigkeit wird jedoch durch die Interessen der Fischerei – des wichtigsten Wirtschaftssektors des Landes – bedroht.
MEDIEN
Der kleine isländische Markt ist stark konzentriert. Auch wenn die Medienlandschaft in den vergangenen Jahren etwas vielfältiger geworden ist, wird sie nach wie vor von vier großen Unternehmen beherrscht. In Island gibt es nach der Einstellung der Tageszeitung im Jahr 2023 nur noch die große Tageszeitung Morgunblaðið, zudem mehrere Wochenzeitungen und zweiwöchentlich erscheinende Zeitschriften sowie Fernseh- und Radiosender wie den öffentlich-rechtlichen RUV. In den vergangenen Jahren sind einflussreiche Online-Medien entstanden.
POLITIK
Die nationalen Medien sind im Allgemeinen unabhängig – ein Status, der sowohl per Gesetz als auch durch interne Regelungen geschützt ist. Dies gilt auch für das öffentlich-rechtliche Fernsehen RUV, dessen Verwaltungsrat vom Parlament ernannt wird. Medienschaffende sind jedoch zunehmend anfällig für die Einflussnahme durch lokale Behörden und Unternehmen. In den vergangenen Jahren hat das Parlament die Arbeit von Journalist*innen heftig kritisiert, was einige Medienschaffende als eine Form von politischem Druck empfunden haben.
GESETZE
Der rechtliche Rahmen bietet Medien und Medienschaffenden solide Garantien für den Schutz der Pressefreiheit, den Zugang zu öffentlichen Informationen und die Unabhängigkeit von der Regierung. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die Umsetzung dieser Rechte lückenhaft sein kann – etwa 2023, als Journalist*innen ohne ausreichende Begründung der Zugang zu Katastrophengebieten verwehrt wurde. Ein effektives System der Selbstregulierung auf Basis eines Ethik-Kodex ergänzt den rechtlichen Rahmen. Verleumdung und Beleidigung ausländischer Staaten sind nach wie vor strafbar.
WIRTSCHAFT
Der investigative Journalismus hat nach der ausführlichen Berichterstattung über große Korruptionsfälle Auftrieb erfahren. Doch die Werbeeinnahmen, die aufgrund der geringen Größe des Marktes ohnehin begrenzt sind, sind seit der Corona-Pandemie allgemein zurückgegangen. Um diesen Rückgang auszugleichen, hat die Regierung den Medien finanzielle Unterstützung in beispielloser Höhe zukommen lassen. Einige befürchten jedoch, dass dadurch große Konzerne auf Kosten des Medienpluralismus begünstigt wurden.
GESELLSCHAFT
Isländische Medien genießen großes Vertrauen in der Gesellschaft, die sich vor allem in der Pandemie auf sie verlassen hat, um zuverlässige Informationen zu erhalten. Ihre Unabhängigkeit ist jedoch durch kommerzielle Interessen bedroht, vor allem durch die Fischereiindustrie, den größten Wirtschaftssektor des Landes. Große Fischereiunternehmen besitzen eigene Medien, was Interessenkonflikte aufwirft. Journalist*innen, die seit 2019 über die „Fishrot Files“ (Korruptionsvorwürfe gegen ein isländisches Unternehmen in Namibia) berichteten, sahen sich diffamierenden Kampagnen und polizeilichen Ermittlungen ausgesetzt.
SICHERHEIT
Medienschaffende bleiben zwar von Gewalt verschont, doch sind speziell weibliche Journalist*innen gelegentlich mit Drohungen am Telefon oder in den sozialen Netzwerken konfrontiert. Diese Form der Einschüchterung hat in den letzten Jahren spürbar zugenommen.
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