Marokko 09.10.2020

#FreeThemAll: Omar Radi

Omar Radi bei der Arbeit
Omar Radi © picture alliance / AP Photo / Abdeljalil Bounhar

Nachdem der Menschenrechtler und Journalisten Omar Radi in Marokko wegen Vergewaltigungsvorwürfen vor Gericht erschienen ist, hat Reporter ohne Grenzen die Vereinten Nationen dazu aufgefordert, klar Stellung zu dem Fall zu beziehen. Nach Ansicht der Organisation entbehren die Anschuldigungen gegen Radi jeder Grundlage und dienen lediglich dazu, den Regierungskritiker zum Schweigen zu bringen.

Radi, der für marokkanische Medien und für Zeitschriften im Ausland arbeitet, ist als Kritiker des Königshauses bekannt und wird in Marokko seit Jahren politisch verfolgt. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurde Radi mehrfach angezeigt und wegen verschiedener Delikte zeitweise festgenommen. Im Dezember 2019 verhaftete die marokkanische Polizei ihn etwa wegen angeblicher „Missachtung des Gerichts“. Hintergrund war ein Tweet, in dem der Journalist einen Richter als „Henker“ bezeichnet hatte, weil dieser insgesamt 42 Angeklagte zu Haftstrafen von bis zu 20 Jahren verurteilt hatte. Die Angeklagten hatten allesamt wegen ihrer Teilnahme an den regierungskritischen Protesten in der Rif-Region im Norden Marokkos aus den Jahren 2016 und 2017 vor Gericht gestanden. Im Juli dieses Jahres wurde Radi erneut festgenommen. Dieses Mal wegen einer von den Behörden nicht näher spezifizierten „Sexualstraftat“ und „Spionage“.



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