RSF für Corona-Nothilfe bereit | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
In eigener Sache 20.03.2020

RSF für Corona-Nothilfe bereit

© pixabay

Reporter ohne Grenzen hilft Journalistinnen und Journalisten in Not. Wir unterstützen Medienschaffende individuell ihrer Notlage entsprechend in ihren Heimatländern, im Exil in Deutschland und in anderen Ländern. Wird eine Journalistin oder ein Blogger verhaftet, sorgen wir für eine anwaltliche Vertretung. Zudem organisieren wir Unterkünfte und medizinische Hilfe, stehen bei langwierigen Asylverfahren zur Seite und unterstützen die Familien verfolgter Medienschaffender.

Im Zuge der weltweiten Corona-Pandemie bereiten wir uns auf eine steigende Zahl von Nothilfefällen vor. In vielen Ländern reagieren repressive Regime mit zunehmender Härte auf die Arbeit von Medienschaffenden, die über die Auswirkungen des Virus unabhängig berichten wollen, so zum Beispiel in Ägypten und in China. In der Volksrepublik sind mehrere Blogger und Journalisten verschwunden, nachdem sie über die Zustände in Krankenhäusern und Leichenhallen berichtet hatten. Im Iran wurden kritisch berichtende Journalisten zu Verhören geladen.

Hinzu kommt die besondere Gefährdung von inhaftierten Medienschaffenden. Im Iran ist die medizinische Versorgung in den überfüllten Haftanstalten schon unter normalen Umständen katastrophal. Jetzt droht Journalistinnen und Journalisten, die sich im Gefängnis mit dem Virus infizieren der Tod, weil sie nicht behandelt werden. Auch in der Türkei sorgen sich Angehörige um inhaftierte Medienschaffende. Zwar werden aktuell viele Häftlinge entlassen, damit sie sich nicht mit dem Virus anstecken. Dies gilt aber nicht für all jene, die aufgrund von Terrorismus-Vorwürfen verurteilt wurden – und damit auch für viele Journalistinnen und Journalisten.

Aufgrund geschlossener Grenzen ist es auf absehbare Zeit so gut wie unmöglich, verfolgte Medienschaffende in ein sicheres Aufnahmeland zu bringen. Unser Nothilfe-Referat betreut aktuell mehrere Fälle, bei denen Journalistinnen und Journalisten eigentlich schon Aufnahmezusagen aus Deutschland erhalten haben, nun aber nicht einreisen können.

Für im Exil lebende Medienschaffende sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten stellt Reporter ohne Grenzen Handreichungen zu Corona auf Arabisch, Persisch und Türkisch zusammen.

Wir danken Ihnen für Ihre Spende für Journalistinnen und Journalisten in Not.

nach oben