Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Schweden
Europa - ZentralasienAls erstes Land der Welt, das ein Pressefreiheitsgesetz hatte, legt Schweden traditionell großen Wert auf die Unabhängigkeit der Medien. Dennoch sind Medienschaffende Zielscheibe von Drohungen, Hasskampagnen im Internet und missbräuchlichen Klagen.
MEDIEN
Die große Mehrheit der Zeitungen des Landes (wie Dagens Nyheter, Aftonbladet, TV4) befindet sich im Besitz von fünf Medienkonzernen. Die Konzentration im audiovisuellen Sektor ist sogar noch höher, da der Markt von vier Fernseh- und drei Radiogruppen beherrscht wird, inklusive der öffentlich-rechtlichen Medien. In Dutzenden Kommunen fehlen lokale Medien ganz – das hat sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Medienhäuser zu Neuinvestitionen bewogen.
POLITIK
Schweden war 1766 das erste Land der Welt, das ein Gesetz zur Pressefreiheit einführte. Heute sind die Medien unabhängig von der politischen Macht und ziehen die Politik im öffentlichen Interesse zur Rechenschaft. Ihre Eigentümer*innen sind vor der Einmischung von Exekutive und Legislative geschützt. Politiker*innen dürfen weder in den Gremien öffentlich-rechtlicher Sender noch in der Medienaufsicht sitzen. Ein Parlamentsbericht im Frühjahr 2024 sowie Forderungen der rechtspopulistischen Schwedendemokraten nach mehr Kontrolle prägten die jüngste Debatte über Inhalte und Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
GESETZE
Ein gesetzlich verankerter Quellenschutz und ein breiter Informationszugang gehören zu den Grundpfeilern der schwedischen Demokratie. Beschwerden zu ethischen Fragen nimmt eine unabhängige Medien-Ombudsperson entgegen. Kritisch wird eine kürzlich verabschiedete Verfassungsänderung gesehen, die internationale Informationsflüsse schützen soll – Kritiker*innen fürchten negative Auswirkungen auf Whistleblower*innen und den investigativen Journalismus.
WIRTSCHAFT
Obwohl die Gründung neuer Medien relativ einfach ist, ist der Wettbewerb aufgrund der hohen Konzentration von Medienbesitz sehr hart. Staatliche Fördermittel sind relativ leicht zugänglich, auch für Medien mit radikalen politischen Haltungen – was jedoch vereinzelt kritisiert wird. Ein neuer Fördervorschlag könnte den Lokaljournalismus stärken und Neueinstellungen ermöglichen. Insgesamt arbeiten Journalist*innen in Schweden frei und unabhängig, ohne große Einschränkungen oder politische Repression.
GESELLSCHAFT
Online-Bedrohungen gehören für viele Journalist*innen zum Alltag. Umfragen zufolge war fast jeder fünfte Reporter*in in den letzten Jahren betroffen – insbesondere Frauen. Ein neues Gesetz von 2023 verschärfte die Strafen für Bedrohung, Belästigung und Angriffe auf Journalist*innen. In den Redaktionen sind Frauen weiterhin unterrepräsentiert.
SICHERHEIT
Das Risiko physischer Angriffe auf Medienschaffende ist gering, obwohl einige Redaktionen Bombendrohungen erhalten haben und Reporter*innen durch physische Angriffe in ihrer Arbeit behindert wurden. Exiljournalist*innen in Schweden sind Drohungen durch die Regime ihrer Herkunftsländer ausgesetzt. Zwei prominente Fälle stehen sinnbildlich: Der schwedisch-eritreische Journalist Dawit Isaak sitzt seit 2001 in Eritrea in Haft, der Verleger Gui Minhai ist seit 2015 in China inhaftiert.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
- RSF-Empfehlungen
Das sollten Demokratien aus der Rangliste der Pressefreiheit 2026 lernen
Die Kriminalisierung journalistischer Arbeit ist inzwischen eine der größten Bedrohungen für Demokratien weltweit. Das zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2026 von Reporter...

- Rangliste der Pressefreiheit 2026
Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit „guter“ Pressefreiheit
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Jahresbilanz 2025: 67 getötete Reporter*innen, über 500 in Haft
Journalist*innen weltweit waren auch im Jahr 2025 enorm gefährdet. Das liegt vor allem an bewaffneten Konflikten und dem organisierten Verbrechen: Mindestens 53 der 67 im Zeitraum 1. Dezember 2024 bis...

- Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
RSF warnt vor politischer Einflussnahme
Am 8. August werden die meisten Bestimmungen des Europäischen Medienfreiheitsgesetzes (EMFA) für die EU-Mitgliedstaaten verpflichtend. Angesichts dessen warnt Reporter ohne Grenzen (RSF) in einem...

- Rangliste der Pressefreiheit 2025
Wirtschaftlicher Druck schwächt Pressefreiheit
Die Pressefreiheit ist weltweit auf einem historischen Tiefstand. Das zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (RSF) am 2. Mai 2025 veröffentlicht hat. In 90 von 180...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2024
Weltweit 54 Journalisten getötet und 550 in Haft
Sie berichten über Kriege, organisierte Kriminalität und Proteste und bezahlen mit ihrem Leben: In diesem Jahr sind 54 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden. Besonders...

- Journalismus in Zeiten von #MeToo
Trotz Gewalt mehr Berichte zu Frauenrechten
Seit Beginn der #MeToo-Bewegung vor sieben Jahren, im Oktober 2017, hat die Berichterstattung zu Frauenrechten und geschlechtsspezifischer Gewalt deutlich zugenommen. Das ist ein Ergebnis des neuen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2024
Gewalt bedroht Berichterstattung über Wahlen
Mehr Übergriffe im Umfeld von Wahlen und eine Rekordzahl von Ländern mit katastrophalen Bedingungen für Medienschaffende: Die Lage der Pressefreiheit hat sich im weltweiten Vergleich weiter deutlich...

Rangliste der Pressefreiheit 2024
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Freitag, 3. Mai 2024, die Rangliste der Pressefreiheit 2024. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Internationaler Frauentag
Immer längere Haftstrafen für Journalistinnen
Das Schicksal von Maryna Zolatava steht beispielhaft für viele Frauen, die für ihren Mut einen hohen Preis bezahlen: Die belarussische Journalistin wurde zu zwölf Jahren Straflager verurteilt. Das...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2023
Weniger Getötete trotz der Tragödie in Gaza
In diesem Jahr sind 45 Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Das sind so wenige wie seit 2002 nicht mehr – trotz des Krieges zwischen Israel und der Hamas. In diesem...

- Rangliste der Pressefreiheit 2023
Unterdrückung von Berichterstattung nimmt zu
Krisen, Kriege und die anhaltende Ausbreitung des Autoritarismus haben dazu geführt, dass die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so instabil war wie seit langem nicht. Dies lässt sich aus der...

- Weltweit
1.657 Medienschaffende seit 2003 getötet
Am heutigen Freitag (07. April) vor genau 20 Jahren wurde der deutsche Journalist Christian Liebig im Irak getötet. Aus diesem Anlass blickt Reporter ohne Grenzen (RSF) auf zwei besonders tödliche...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022
So viele Journalisten in Haft wie nie zuvor
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2022 auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen weltweit mindestens 533 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit im...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Jahresbilanz der Pressefreiheit
Angriffe auf die Pressefreiheit in Zahlen: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht am kommenden Mittwoch (14. Dezember) die Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022. Darin ziehen wir Bilanz, wie viele...
