20 Jahre Reporter ohne Grenzen
Deutschland

Der Tod des Reporters Egon Scotland im jugoslawischen Bürgerkrieg führte der deutschen Öffentlichkeit 1991 die Gefahren für Kriegsreporter vor Augen. Die Zeit war reif für eine deutsche Sektion der 1985 in Frankreich gegründeten Organisation Reporters sans frontières, die ihre Aktivitäten internationalisieren wollte. 2014 jährt sich die Gründung von Reporter ohne Grenzen zum 20. Mal – Anlass für einen Rückblick auf die Menschen und Themen, die im Laufe der Jahre die Arbeit der Organisation bestimmt haben.

Egon Scotland

© AP

Egon Scotland
1993 erklärte die UN-Vollversammlung den 3. Mai auf Vorschlag der Unesco zum Internationalen Tag der Pressefreiheit. Das Datum erinnert an die Erklärung von Windhoek, die 1991 als erstes offizielles Dokument der Weltgemeinschaft die Bedeutung einer unabhängigen, pluralistischen und freien Presse für Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung festschrieb.
 
Radio Gatashya in Goma / Zaïre 1994

© ROG

Radio Gatashya in Goma / Zaïre 1994

1994

Geburtshelfer spielt die Berliner tageszeitung (taz): Sie veröffentlicht das erste Album „100 Fotos für die Pressefreiheit“, das am Tag der Pressefreiheit (3. Mai) mit einem Aufruf zur Gründung von Reporter ohne Grenzen (ROG) verbreitet wird. Am 18. Juni treffen sich im taz-Konferenzraum 40 Journalisten zur Gründungsversammlung. Die taz stellt auch den Raum für die provisorische Geschäftsstelle. Der erste ROG-Vorstand mit Andreas Artmann, Gemma Pörzgen und Michael Rediske beginnt mit der Aufbauarbeit des Vereins.

Der Völkermord in Ruanda führt zur ersten Beteiligung an einer internationalen Aktion. Reporters sans frontières (RSF) organisiert mit dem UN-Flüchtlingswerk einen Radiosender für geflohene ruandische Hutu im benachbarten Kongo. Im Wechsel mit französischen Kollegen leitet Michael Rediske einen Monat lang die Redaktion von Radio Gatashya.

1995

In Tschetschenien stirbt der Stern-Reporter Jochen Piest bei einem Angriff von Separatisten. Nahe einer Straßensperre in Grosny erschießt ein russischer Soldat die Focus-Korrespondentin Natalja Aljakina-Mrozek.

Zum 3. Mai machen ROG-Regionalgruppen mit Veranstaltungen in Berlin, München, Frankfurt/Main, Köln, Hannover und Hamburg auf weltweite Probleme der Pressefreiheit aufmerksam.

Die erste Geschäftsführerin Barbara Petersen startet eine professionelle Geschäftsstelle.

1996

Eine Einladung an den staatlich verfolgten und von Islamisten bedrohten Journalisten Ali Bensaad aus Algerien mündet in einer dauerhaften Zusammenarbeit mit der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte: ROG und die befreundete Organisation Journalisten helfen Journalisten stellen vorübergehend Bensaads Lebensunterhalt sicher, anschließend wird er Stipendiat der Stiftung. Im April 1997 erhält er politisches Asyl.

Zum 15. November zieht die Geschäftsstelle in ein Gemeinschaftsbüro mit Journalisten, Fotografen und Architekten in der Kreuzberger Oranienstraße.

 
"Ich unterstütze Reporter ohne Grenzen, weil ich überzeugt bin, dass weder Demokratie noch Gerechtigkeit je eine Chance haben ohne mutige Journalisten, die nach der Wahrheit suchen, auch wenn sie ihr eigenes Leben riskieren."
Henning Mankell, Schriftsteller

1997

Ocak Isik Yurtcu berichtet bei ROG-Veranstaltungen über die Situation der Journalisten in der Türkei. Als Chefredakteur einer prokurdischen Zeitung wurde er wegen „separatistischer Propaganda“ und Beleidigung des Militärs zu fast 17 Jahren Haft verurteilt, aber nach zweieinhalb Jahren entlassen. ROG schickte einen Anwalt zur Beobachtung des Verfahrens. 

Die ROG-Geschäftsstelle bekommt Zugang zum Internet und veröffentlicht ihre Pressemitteilungen und Rundbriefe nun regelmäßig im Netz.

Frankfurter Buchmesse 1997: Işik Yurtçu, Journalist aus der Türkei

© ROG

Frankfurter Buchmesse 1997: Işik Yurtçu, Journalist aus der Türkei
OG-Pressekonferenz mit dem iranischen Journalisten Faradsch Sarkuhi 1998 in Berlin

© ROG - Karsten Thielker

ROG-Pressekonferenz mit dem iranischen Journalisten Faradsch Sarkuhi 1998 in Berlin. Nach anderthalb Jahren Haft und Schikanen durfte er sein Land verlassen.

1998

Nach anderthalb Jahren Haft und Schikanen der Justiz im Iran kann der Schriftsteller und Journalist Faradsch Sarkuhi zu seiner Familie nach Berlin ausreisen. ROG setzte sich zusammen mit Schriftstellern und Wissenschaftlern für seine Freilassung ein. 

1999

Im Kosovo werden der Reporter Gabriel Grüner und der Fotograf Volker Krämer (beide vom Stern) erschossen. ROG hält danach Kontakt mit ihren Familien und widmet im Jahr darauf das Fotobuch den beiden Ermordeten.

Mit einer Kampagne sowie als Prozessbegleiter unterstützt ROG die türkische Journalistin Nadire Mater. Wegen eines Buches mit Soldateninterviews aus dem Krieg gegen die PKK drohen ihr sechs Jahre Haft.

ROG veröffentlicht den ersten Bericht „Feinde des Internets“. Er benennt 20 Staaten, die den Zugang zum Datennetz besonders stark einschränken oder zensieren.

Barbara Petersen (1. Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen Deutschland) mit Michael Rediske (Vorstand)

© ROG - Karsten Thielker

Barbara Petersen (1. Geschäftsführerin von Reporter ohne Grenzen Deutschland) mit Michael Rediske (Vorstand)
Demonstration vor der Russischen Botschaft anlässlich der Entführung des russischen Journalisten Andrei Babitsky (Januar – Februar 2000)

© Dietmar Gust

Demonstration vor der Russischen Botschaft anlässlich der Entführung des russischen Journalisten Andrei Babitsky (Januar – Februar 2000)

2000

Die Deutsche Welle wird ROG-Fördermitglied. Sie ist der Organisation bis heute eng verbunden, etwa mit dem „Reporter-ohne-Grenzen-Award“ beim jährlichen Wettbewerb „The Bobs – Best of Online Activism“ seit 2005.

Bei Recherchen zum Geiseldrama um die deutsche Familie Wallert muss der der Spiegel-Korrespondent Andreas Lorenz auf der philippinischen Insel Jolo 25 Tage in den Händen von Entführern verbringen.

In der Ukraine verschwindet der Journalist Georgi Gongadse, dessen Online-Magazin Ukrainska Prawda über Korruption in Regierungskreisen berichtet hat. Nach zwei Monaten wird seine Leiche enthauptet in einem Wald gefunden. 

2001

ROG sammelt in Deutschland 80.000 DM für die ärztliche Behandlung des Journalisten Tipu Sultan aus Bangladesch. Nach Artikeln über Machtmissbrauch wurde er schwer zusammengeschlagen. 

Der von ROG betreute tadschikische Exil-Journalist Dodojon Atovulloev wird in Russland verhaftet; bei einer Auslieferung droht ihm die Todesstrafe. Mit einer konzertierten Aktion erreichen ROG und Verbündete wie die Glasnost Defense Foundation, die ARD und deren Moskauer Korrespondent Thomas Roth seine Freilassung. 2002 erhält er in Deutschland politisches Asyl. 

In Afghanistan stirbt der Stern-Reporter Volker Handloik in einem Hinterhalt der Taliban. Allein in den ersten Wochen der Offensive der mit den USA verbündeten Nordallianz werden acht Reporter getötet.

Dododjon Atovulleov

© ROG

Dododjon Atovulleov wird 2001 wegen seiner kritischen Berichterstattung verhaftet. ROG und Verbündete erreichen seine Freilassung

2002

ROG setzt sich für den Umweltjournalisten Grigorij Pasko ein, den ein Militärgericht in Russland zu vier Jahren Haft verurteilt hat. Pasko hatte Filmmaterial veröffentlicht, das russische Soldaten beim Entsorgen von Atommüll ins Meer zeigt. 2008 ermöglicht ROG ihm mit einer Spendensammlung eine durch die Spätfolgen der Haft dringend nötige medizinische Behandlung in Deutschland.

Die hohe Zahl getöteter Journalisten in Afghanistan hat die Diskussion um die Gefahren für Krisenreporter neu entfacht. ROG veröffentlicht eine Charta zur Sicherheit von Journalisten in Kriegs- und Krisengebieten und bietet eine Versicherung für freie Auslandsjournalisten an.

ROG veröffentlicht erstmals eine weltweite Rangliste der Pressefreiheit. Unter 139 Staaten sind Finnland, Island, Norwegen und die Niederlande am besten platziert; am schlechtesten schneiden Nordkorea, China, Birma und Turkmenistan ab.

2003

Bei einem Raketenangriff auf ein US-Militärlager im Irak stirbt der Focus-Reporter Christian Liebig. In den ersten vier Jahren des Irak-Kriegs werden mehr als 150 Journalisten getötet.

 
"Ich bin Mitglied, weil es in meinem Berichts­gebiet Zentralasien, Kaukasus und Russland viel zu viele Grenzen für Reporter gibt. Leider müssen wir oft darüber berichten, dass Kollegen verfolgt, verhaftet und sogar ermordet werden. Reporter ohne Grenzen handelt!"
Ina Ruck, Journalistin
Journalistin Anna Politkowskaja

© Bernd Lammel

Mahnwache für die ermordete Journalistin Anna Politkowskaja 2006. Sie war eine Ikone des investigativen Journalismus in Russland.

2006

In China wird der Hongkonger Journalist Ching Cheong wegen Spionage zu fünf Jahren Haft verurteilt. ROG und die Hongkonger Journalistenvereinigung sammeln 30.000 Unterschriften für seine Freilassung.

In Moskau wird die für ihre Tschetschenien-Recherchen international bekannte Journalistin Anna Politkowskaja erschossen, die noch 2004 bei einer ROG-Veranstaltung in Berlin aufgetreten war. ROG setzt sich seither für eine glaubwürdige Aufklärung des Mordes ein und beteiligt sich an jährlichen Mahnwachen vor der Russischen Botschaft in Berlin.

Bashana Abeywardane muss nach Drohungen aus seiner Heimat Sri Lanka fliehen. Er hat Gräueltaten der Regierungstruppen aufgedeckt und setzt sich für eine Aussöhnung der Ethnien ein. Im deutschen Exil wird er Mitbegründer der von ROG unterstützten Gruppe Journalists for Democracy in Sri Lanka.

"Ich bin sehr dankbar für den Beistand und die Unterstützung, die mir Reporter ohne Grenzen in Berlin gewährt haben. So konnte ich einen großen Schritt in meinen Leben und meiner Karriere machen und werde die Möglichkeit nutzen, in einem sicheren Land zu arbeiten."
Itai Mushekwe ist ein Journalist aus Simbabwe. Seit 2007 lebt er in Deutschland im Exil.
 

2007

Itai Mushekwe

© ROG

Mit einer Eilaktion stellt ROG sicher, dass Itai Mushekwe aus Simbabwe in Deutschland bleiben kann. Während einer Fortbildung hat er erfahren, dass er auf einer Geheimdienst-Liste unliebsamer Journalisten steht. 

ROG gründet ein Kuratorium aus Chefredakteuren und Intendanten großer deutscher Medien. Sie sollen die Organisation in wichtigen Fragen beraten und ihr mehr öffentliches Gehör verschaffen. Dem ersten Kuratorium gehören an: Peter-Matthias Gaede (Geo), Wilm Herlyn (dpa), Giovanni di Lorenzo (Die Zeit), Helmut Markwort (Focus), Bascha Mika (taz), Thomas Osterkorn (stern), Fritz Pleitgen (Europäische Rundfunkunion), Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung), Fritz Raff (ARD), Dagmar Reim (RBB), Markus Schächter (ZDF) und Uwe Vorkötter (Frankfurter Rundschau).

Trauerzug der weltweit getöteten Journalisten

© AP

Reporter ohne Grenzen gedenkt 2007 mit einem Trauerzug der weltweit getöteten Journalisten.
Aktion Tag der Pressefreiheit 2008 Berlin

© Karsten Thielker

Zum Tag der Pressefreiheit 2008 macht ROG mit einer Aktion auf dem Potsdamer Platz in Berlin auf die Lage inhaftierter Journalisten aufmerksam.

2008

Bei Recherchen in Kasachstan wird der freie Journalist Marcus Bensmann zusammengeschlagen. Er erleidet schwere Kopfverletzungen und Erfrierungen. 

Demonstration ROG Peking 2008

© Christian Jungeboldt

Anlässlich der Olympischen Spiele in Peking weist ROG mit einer Kampagne auf die dramatische Lage der Pressefreiheit in China hin. Beim Entzünden der Olympischen Flamme gelingt es drei ROG-Vertretern, ein Protest-Transparent direkt hinter dem chinesischen Regierungsvertreter zu enthüllen.

In Usbekistan wird der Journalist Salijon Abdurakhmanov mithilfe fingierter Drogenvorwürfe zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er hat für unabhängige Medien über Umweltprobleme berichtet. 

In der Demokratischen Republik Kongo wird der Afrika-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Thomas Scheen, kurzzeitig von einer Miliz entführt.

 
"Ich wäre tot, wenn ich nicht geflohen wäre. Die Hilfe von Reporter ohne Grenzen war unglaublich wichtig für mich. Ich hoffe sehr, dass ich zur Arbeit von Reporter ohne Grenzen beitragen und andere Journalisten auf der Welt unterstützen kann — damit sie ihre Freiheit nicht verlieren."
Emilio Gutiérrez Soto, mexikanischer Journalist

2009

ROG erhält den Roland-Berger-Preis für Menschenwürde. Das Preisgeld ermöglicht es, in Berlin ein eigenes Referat „Hilfe für Journalisten in Not“ zu schaffen.

Globaler Aktionstag Iran 2009

© Jens Liebchen / Lux-Fotografen / Amnesty International

Bei einer Iran-Demonstration von ROG, Amnesty International und dem PEN-Zentrum fordern in Berlin rund 500 Menschen die Freilassung der seit der umstrittenen Präsidentenwahl inhaftierten Journalisten und Blogger.

ROG veröffentlicht einen Russland-Bericht „Helden und Handlanger. Die Arbeit von Journalisten und Medien in den russischen Regionen“, der erstmals die Lage in sieben russischen Regionen untersucht und auf zahlreichen Veranstaltungen zur Diskussion gestellt wird. 

15 Jahre ROG – Kampagne

© ROG

Kampagne anlässlich 15 Jahre Reporter ohne Grenzen – „Ohne Pressefreiheit bleiben Opfer unsichtbar“.
Arbeitsgruppe „Journalisten im Exil“

© ROG

Die Arbeitsgruppe „Journalisten im Exil“ wurde von Medienschaffenden, die auch im Exil in Deutschland weiter in ihrem Beruf arbeiten wollen, im Sommer 2011 gegründet.

2011

Im Iran kommen die deutschen Reporter Marcus Hellwig und Jens Koch (Bild am Sonntag) nach 132 Tagen Haft frei.

Mit einer Petition fordert ROG die Freilassung der in Ägypten inhaftierten Blogger Maikel Nabil Sanad und Alaa Abdel Fattah. Sanad hatte kritisch über die Rolle der Armee während der Revolution berichtet und wurde von einem Militärgericht zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. 

Die Umbrüche in der arabischen Welt sind auch Thema einer Podiumsdiskussion zum Tag der Pressefreiheit mit der aus dem Exil nach Tunesien zurückgekehrten Journalistin Sihem Bensedrine, die ROG seit Jahren unterstützt hat. 

Im Juni lädt das ROG-Nothilfereferat iranische Journalisten zum Austausch über ihre beruflichen Perspektiven im Exil ein. Bei weiteren Treffen kommen Kollegen aus anderen Ländern hinzu. Die Arbeitsgruppe „Journalisten im Exil“ entwickelt einen Newsletter und Workshops, später den Blog journalistsinexile.com.

Um der wachsenden Bedeutung von Bloggern, Cyber-Dissidenten und Online-Medien für die Freiheit der Medien gerecht zu werden, beschließen die Sektionen von Reporters sans frontières, das Mandat der Organisation zu erweitern. Im ROG-Logo steht künftig „für Informationsfreiheit“.

"Leider brauchen wir auch heute die Reporter ohne Grenzen, die unser Recht auf freie Meinungs­äußerung und unabhängige Bericht­erstattung verteidigen. Der öffentliche Druck, der durch diese verhältnis­mäßig bescheidene Organisation auf die menschenrechts­verletzenden Regierungen ausgeübt wird, hat bereits erstaunlich viel bewirkt. Reporter ohne Grenzen werden respektiert, weil sie sich überall nicht­staatlich und parteilos verhalten."
Thomas Ruff, Fotograf
 

2012

ROG nutzt das öffentliche Interesse am Eurovision Song Contest in Baku, um mit einer Aserbaidschan-Kampagne – und der Webseite „Pressefreiheit für Baku“ auf die Lage von Medien und Journalisten aufmerksam zu machen.

Zur Jahresmitte schafft ROG ein eigenes Referat für „Informationsfreiheit im Internet“. Es arbeitet eng mit den Internetexperten in Paris zusammen und widmet sich verstärkt dem Kampf gegen Überwachungstechnologien.

Kampagne "Power of Pencils" 2012

© ddp images

Kampagne "Power of Pencils" 2012: Der Stift ist mächtiger als das Schwert
Kampagne „Journalisten in der Klemme“

© ROG

Kampagne „Journalisten in der Klemme“. In Zeitungshaltern wurde über die Titelseite der aktuellen Tageszeitung eine Folie gespannt, die mit Bildern von Journalisten bedruckt war. Dadurch entstand der Eindruck, als ob die Journalisten von den Zeitungshaltern gefesselt wären. (In Kooperation mit der FAZ und der Agentur Leo Burnett).

2013

Vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi veröffentlicht ROG den Bericht „Der Kreml auf allen Kanälen. Wie der russische Staat das Fernsehen lenkt“ und macht mit einer Russland-Kampagne auf die Unterdrückung unabhängiger Medien aufmerksam. 

Nach jahrelangen Bemühungen darf die Bloggerin Yoani Sánchez aus Kuba ausreisen. In Berlin diskutiert sie auf Einladung von ROG und taz über die fehlenden Freiheiten in ihrem Land. 

ROG und vier Partnerorganisationen legen Menschenrechtsbeschwerden bei der OECD gegen zwei deutsche Hersteller von Überwachungstechnologie ein, mit deren Produkten im Golfstaat Bahrain Journalisten und Demokratie-Aktivisten ausgeforscht wurden.

In Aleppo wird der ARD-Fernsehjournalist Jörg Armbruster angeschossen und schwer verletzt. Im Mai gerät dort der freie Journalist Armin Wertz für fünf Monate in Haft. Allein 2013 sterben im Bürgerkrieg in Syrien mindestens zehn professionelle Berichterstatter und 35 Bürgerjournalisten.

In der Ukraine werden Dutzende Journalisten verletzt, die über die Proteste gegen die Regierung berichten. ROG finanziert den Kauf von Schutzkleidung und Atemschutzmasken und ermöglicht medizinische Hilfe für verletzte Reporter.

2014

In Afghanistan wird die deutsche AP-Kriegsfotografin Anja Niedringhaus erschossen.

Kampagne "Whistleblower"

© ROG

Trillerpfeifen für die Pressefreiheit: Mit der Aktion „Whistles for Whistleblowers“ weist ROG auf die Bedeutung von Hinweisgebern wie Edward Snowden und Chelsea Manning für eine freie Presse hin.

Mit einer Feier in der Akademie der Künste in Berlin wurde der 20. Geburtstag der Organisation begangen.

Im Oktober wurde ROG für sein Engagement für Pressefreiheit mit dem Internationalen Demokratiepreis Bonn ausgezeichnet.

Mit den Aktionen „Freiheit für Salijon Abdurakhmanow“ und „Freiheit für Khadija Ismajilowa“ macht ROG auf die schwierige Situation von Journalisten in Usbekistan und Aserbaidschan aufmerksam.

ROG-Protestaktion zu den Olympischen Winterspiele 2014 in Russland

© Franziska Senkel

ROG-Protestaktion zu den Olympischen Winterspiele 2014 gegen Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland.
Fotos für die Pressefreiheit 2015

2015

Nach dem Anschlag auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo schaltet ROG online ein Kondolenzbuch, dass später an die französische Botschaft übergeben werden soll.

Aktion "Grenzenloses Internet": Am Welttag gegen Internetzensur wurden neun zensierte Internetwebseiten in elf Ländern entsperrt.

Fotos für die Pressefreiheit: Auch im Jahr 2015 wurde wieder das jährliche Fotobuch veröffentlicht.

In China wird die Deutsche Welle-Mitarbeiterin Gao Yu zu fünf Jahren Haft wegen  dem vermeintlichen Verrat von Staatsgeheimnissen verurteilt. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme wird die Haftstrafe in Hausarrest umgewandelt.

In der Türkei werden der Chefredakteur der oppositionellen Zeitung Cumhuriyet, Can Dündar, und sein Büroleiter in Ankara, Erdem Gül, verhaftet.

Die gefährlichsten Länder für Medienschaffende sind 2015 der Irak, Syrien, Frankreich und Jemen. Auch in Indien und Mexiko sind besonders Journalisten gefährdet, die über das organisierte Verbrechen und die Verbindungen in die Politik recherchieren, während in Bangladesch säkulare Blogger aus vermutlich islamistischen Motiven ermordet wurden.

 
"I hope, this message finds you well. First of all let me express my appreciation for all what you have done for my freedom. I owe you and all your team a great deal. Without your support, my freedom would not be possible and please pass my best regards to all your members and volunteers."
Khadija Ismajilowa, Journalistin aus Aserbaidschan

2016

Gemeinsam mit missio sammelte ROG fast 3.500 Unterschriften für die Freilassung des Bloggers Nguyen Van Ly, der daraufhin im Mai in Vietnam vorzeitig freigelassen wird.

ROG-Gründungsmitglied und Vorstand Dr. Michael Rediske wird mit dem Bundesverdienstkreuz am Band ausgezeichnet.

Wir entwickeln den WEAPEN  - 144 handgefertigte Kugelschreiber aus recycelten Patronenhülsen für 144 getötete Journalisten im Jahr 2015. Nach wenigen Stunden war die limitierte Edition des Weapens ausverkauft. Die unlimitierte Edition ist nun in unserem Online-Shop erhältlich. Alle Erlöse fließen in die Menschenrechtsarbeit von ROG. 

In Aserbaidschan wird Khadija Ismajilowa im Mai einen Tag vor ihrem 40. Geburtstag aus der Haft entlassen. In einer persönlichen Nachricht hat sie sich für unsere Unterstützung bedankt.

© Chris Grodotzki

In der Türkei werden mehr als hundert Journalistinnen und Journalisten inhaftiert, hunderte Presseausweise annulliert sowie zahlreiche Zeitungen, Magazine, TV- und Radiosender geschlossen.Auch gegen unseren langjährigen Korrespondenten Erol Önderoglu wird wegen seiner Teilnahme an einer Solidaritätsaktion mit einer pro-kurdischen Zeitung Anklage erhoben.

In Polen bringt die konservative PiS-Regierung den öffentlichen Rundfunk unter staatliche Kontrolle und entlässt fast 200 Journalistinnen und Journalisten, auch die Parlamentsberichterstattung wird eingeschränkt.

Trotz 20.000 gesammelter Unterschriften verabschiedet die große Koalition in Deutschland ein neues BND-Gesetz, das die Überwachung ausländischer Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst erlaubt.

Das Media Ownership Monitor-Projekt von ROG untersucht die Besitzverhältnisse nationaler Massenmedien und deren Einflussnahme in Kolumbien, Kambodscha, Tunesien, der Ukraine, der Türkei, auf den Philippinen, in Peru und der Mongolei.

Mit der Social-Media-Kampagne Digitales Exil macht ROG auf die zunehmende Zensur und Verfolgung von Journalistinnen und Journalisten weltweit aufmerksam. Privatpersonen, Prominente und Medien stellen Nazeeha Saeed, Can Dündar und Ray Mwareya ihre Facebook- und Twitter-Accounts für die Veröffentlichung ihrer Artikel zur Verfügung.

Gemeinsam mit der taz Panther Stiftung lädt ROG im Rahmen des dreimonatigen Auszeit-Stipendiums die burundische Radioreporterin Diane Nininahazwe, den simbabwischen Journalisten Ray Mhondera Mwareya, die ukrainische TV-Korrespondentin Julia Boschko sowie den ugandischen Journalisten David Mulindwa Mukasa nach Berlin ein. 

Pixelhelper

© Pixelhelper

Aktion "Free Words Turkey" - Projektion auf das Bundeskanzleramt in Berlin, August 2016
 

2017

Die Whistleblowerin Chelsea Manning wird in den USA vom scheidenden Präsidenten Barack Obama begnadigt. 

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