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Afghanistan

Journalist*innen in Afghanistan schweben in akuter Lebensgefahr, denn seit dem Siegeszug der Taliban ist einer der größten Feinde der Pressefreiheit weltweit an der Macht. Auch die Zukunft der in den vergangenen zwanzig Jahren entstandenen lebendigen und durchaus pluralen Medienlandschaft mit Dutzenden TV- und Radiosendern und nahezu 200 Printmedien ist mehr als ungewiss. In von den Taliban kontrollierten Gebieten arbeitende Medien, die noch nicht schließen mussten, senden nur noch religiöse und von den Kämpfern vorgegebene Inhalte. Schon vor der jüngsten Machtübernahme war die Arbeit für Medienschaffende vor Ort gefährlich. In den vergangenen Jahren verübte dort neben den Taliban auch der „Islamische Staat“ Anschläge, bei denen zahlreiche Medienschaffende ums Leben kamen. Die Lage ist insbesondere für Reporterinnen gefährlich, denn sie sind in zweifacher Hinsicht bedroht: als Frau und als Journalistin.

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Rangliste der Pressefreiheit — Platz 156 von 180
Videointerview mit dem Journalisten Ahmad Wahid Payman. Er konnte Afghanistan mit Hilfe von Reporter ohne Grenzen Anfang September verlassen.
Eine afghanische TV-Moderatorin ist auf einem Fernsehbildschirm zu sehen, zwei Männer betrachten den Bildschirm.
Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan04.11.2022

Regierung verursacht Kommunikationschaos

Aufgrund des von der Ampelregierung verursachten Chaos beim Start des Bundesaufnahmeprogramms für Afghanistan hat Reporter ohne Grenzen sein Online-Formular für gefährdete afghanische Medienschaffende temporär offline gestellt. Es fehlt vor allem an einer zentralen Koordinierungsstelle und verlässlicher Kommunikation.

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Die afghanische Fernsehjournalistin Lema Spasli moderiert für den privaten Sender 1 TV vor einem Greenscreen - auf Anordnung der Taliban verhüllt.
Afghanistan07.10.2022

Aufnahmeprogramm hilft nicht allen Betroffenen

Bereits seit knapp einem Jahr ist ein Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan im Koalitionsvertrag verankert. Reporter ohne Grenzen begrüßt, dass es nun endlich losgehen soll - allerdings bestehen zum einen noch grundsätzliche Unklarheiten, zum anderen hängen die betroffenen Medienschaffenden noch immer in der Schwebe.

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Afghanistan12.08.2022

Journalismus blutet aus

Seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan am 15. August 2021 ist die Medienlandschaft um mehr als ein Drittel geschrumpft. 59,7 Prozent der Medienschaffenden arbeiten nicht länger in ihrem Beruf. Das geht aus einer Erhebung von Reporter ohne Grenzen hervor. Besonders betroffen sind Journalistinnen.

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