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Deutschland

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 10 von 180
G20-Gipfel 20.11.2020

Mehr Pressefreiheit für Saudi-Arabien fordern

Die Regierungs- und Staatsoberhäupter nebeneinander; anstelle ihrer eigentlichen Gesichter sind jedoch die der in Saudi-Arabien inhaftierten Medienschaffenden zu sehen
Im G20-Gastgeberland Saudi-Arabien sind 34 Journalistinnen und Journalisten inhaftiert © RSF

Vor dem digitalen G20-Gipfel am 21. und 22. November in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad weist Reporter ohne Grenzen erneut auf die prekäre Lage der Pressefreiheit in Saudi-Arabien hin. Mit einer Social-Media-Kampagne ruft RSF die Öffentlichkeit dazu auf, die Staats- und Regierungsoberhäupter der G20 in die Pflicht zu nehmen, damit sie für die Freilassung von 34 willkürlich inhaftierten Medienschaffenden eintreten und so ein starkes Zeichen für die Pressefreiheit setzen.

„Bislang sind die Staats- und Regierungsoberhäupter der G20 nicht ausreichend auf unsere Forderungen zur Verbesserung der Pressefreiheit in Saudi-Arabien eingegangen“, sagte RSF-Geschäftsführer Christian Mihr. „Nun brauchen wir die Unterstützung der Öffentlichkeit, um dafür zu sorgen, dass die internationale Gemeinschaft auf dem G20-Gipfel beim Umgang mit der saudi-arabischen Regierung nicht einfach zur Tagesordung übergeht. Dazu starten wir am ersten Tag des Gipfels eine Kampagne in den sozialen Netzwerken, in der wir erneut die Freilassung der 34 inhaftierten Journalistinnen und Journalisten fordern. Die gravierenden Verstöße gegen die Meinungs- und Pressefreiheit in Saudi-Arabien müssen endlich aufhören.“

In den vergangenen Wochen hat RSF den Auftakt zum G20-Gipfel in Riad bereits mit einem „50-Tage-Countdown“ auf Twitter und mit einer Petition begleitet. Am ersten Tag des Gipfels startet nun noch eine umfangreiche Kampagne in den Sozialen Netzwerken. Interessierte Unterstützerinnen und Unterstützer können sich bei der Crowdspeaking-Plattform Postspeaker registrieren, um darüber am Samstagmorgen eine einheitliche englischsprachige Nachricht mit dem offiziellen Hashtag #G20SaudiArabia massenhaft zu verbreiten – so kann der Hashtag „gekapert“ werden, um auf die Situation der in Saudi-Arabien inhaftierten 34 Journalistinnen und Journalisten aufmerksam zu machen. Einen deutschsprachigen Tweet kann man ab Samstag 8:00 Uhr MEZ über den untenstehenden Twitter-Button absetzen.

Gleichzeitig richtet RSF gezielte Aufrufe an einzelne Staatschefs und Regierungschefinnen, um zu betonen, dass mit der saudi-arabischen Führung unter dem absolutistisch regierenden Staatsoberhaupt Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud nicht wie mit jeder anderen Regierung verhandelt werden darf. Hierfür wurden bereits der britische Premierminister Boris Johnson und der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez via Twitter angesprochen. Im Laufe der nächsten zwei Tage sollen auch der kanadische Premierminister Justin Trudeau, der französische Präsident Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel adressiert werden. So soll sich niemand der Verantwortung zu konkretem Handeln zugunsten der Pressefreiheit entziehen können.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit befindet sich Saudi-Arabien aktuell auf einem der letzten Plätze: auf Rang 170 von 180 Staaten. Im Frühjahr 2019 reisten Vertreterinnen und Vertreter von RSF in das Land auf der Arabischen Halbinsel, um die Freilassung inhaftierter Medienschaffender zu fordern.



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