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Kolumbien

Kolumbien ist für Medienschaffende nach wie vor eins der gefährlichsten Länder Lateinamerikas. Morddrohungen, körperliche Angriffe und Entführungen sind keine Seltenheit, immer wieder kommt es auch zu Morden. Gefährlich sind Recherchen etwa über Landkonflikte, Korruption, Drogenkriminalität oder die trotz des Friedensabkommens von 2016 weiter bestehenden bewaffneten Konflikte. Die Behörden sorgen kaum für Schutz, die Justiz bestraft nur wenige Taten. Bewaffnete Gruppen wie die ELN sowie Dissident*innen der FARC schüchtern vor allem lokale Medienschaffende ein, was zu Selbstzensur führt, so dass aus einigen Gebieten Kolumbiens kaum berichtet wird. Die enge Verbindung zwischen Medien und Wirtschaftsimperien sowie der politischen Klasse untergräbt die redaktionelle Unabhängigkeit. Unter dem seit 2018 regierenden Präsidenten Iván Duque wurden Journalist*innen und Medien Ziel von Einschüchterungskampagnen sowie von staatlicher Überwachung, nachdem sie über Betrug, Korruption und Menschenrechtsverletzungen in der Regierung berichtet hatten.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 130 von 180
Kolumbien07.05.2020

Hintergründe aufklären, Journalisten schützen

Reporter ohne Grenzen verurteilt die illegale Überwachung von zahlreichen nationalen wie internationalen Journalistinnen und Journalisten in Kolumbien. Wie die Wochenzeitschrift Semana jetzt enthüllte, haben Einheiten der kolumbianischen Armee zwischen Februar und Dezember 2019 Akten mit persönlichen Informationen von 130 Personen angelegt.

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Rangliste der Pressefreiheit 202021.04.2020

Journalisten unter Druck von vielen Seiten

Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die Pressefreiheit weltweit in Frage. Das macht die Rangliste der Pressefreiheit 2020 von Reporter ohne Grenzen deutlich.

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Kolumbien04.07.2019

Verschärftes Klima der Gewalt gegen Medienschaffende

Der konservative Präsident Iván Duque hat seit seinem Amtsantritt im August 2018 das Friedensabkommen mit der linken FARC-Guerilla in Frage gestellt, was den internen Konflikt im Land wieder zugespitzt hat. Auch Medienschaffende werden dadurch zunehmend bedroht.

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