Termin | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Kundgebung am 27. und 28. September in Berlin ICS

Bildtermine anlässlich des Erdoganbesuchs

© picture alliance

Anlässlich des Staatsbesuchs des türkischen Präsidenten Erdogan in Deutschland wird Reporter ohne Grenzen (ROG) mit zwei bildstarken Aktionen in Berlin ein Zeichen gegen die Einschränkungen der Pressefreiheit in der Türkei setzen.

ROG empfängt Erdogan am Flughafen Tegel mit der Mahnung, dass Angriffe auf die Pressefreiheit kritische Medien nicht verschwinden lassen:

am Donnerstag, 27. September 
um 09:30 Uhr 
am Flughafen Tegel, Außenbereich vor Terminal A (Höhe Busparkplatz im Bereich der „Ess-Bahn“)

Während Erdogan auf dem Staatsbankett bei Bundespräsident Steinmeier zu Gast ist, erinnert ROG an die Dutzenden Journalisten, die unter Erdogan im Gefängnis sitzen:

am Freitag, 28. September 
um 17:30 Uhr 
in der Nähe des Schloss Bellevue, Magnus-Hirschfeld-Ufer Ecke Lutherbrücke

ROG-Geschäftsführer Christian Mihr steht an beiden Terminen für Interviews zur Verfügung.

ROG ruft außerdem gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV), der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in ver.di (dju), Amnesty International und dem Europäischen Zentrum für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF) zu einer Kundgebung für die in der Türkei inhaftierten Journalisten auf: am Freitag, 28. September um 11:00 Uhr auf dem Washingtonplatz (Südausgang Hauptbahnhof).


Hintergrund: Auch nach der Freilassung von Deniz Yücel und der Ausreise von Mesale Tolu hat sich die Situation für unabhängige Journalisten und Medien in der Türkei nicht verbessert. Aktuell sitzen mehr als 100 Medienschaffende in der Türkei im Gefängnis, bei mindestens 27 hängt die Haft eindeutig mit ihrer journalistischen Tätigkeit zusammen. In Dutzenden weiterer Fälle ist ein direkter Zusammenhang wahrscheinlich, lässt sich aber derzeit nicht nachweisen, da die türkische Justiz Betroffene und Anwälte oft lange über die genauen Anschuldigungen im Unklaren lässt. Kritik an der Regierung, die Arbeit für eine „verdächtige“ Redaktion, der Kontakt mit einer heiklen Quelle oder die bloße Nutzung eines verschlüsselten Messenger-Dienstes reichen aus, um Journalisten wegen Terrorismus-Vorwürfen zu inhaftieren.

Der Medienpluralismus in der Türkei ist weitgehend zerstört. Mehr als 150 Medien wurden seit dem Putschversuch im Juli 2016 geschlossen. Die wenigen noch verbliebenen unabhängigen Medien haben lediglich eine geringe Auflage. Mit dem jüngsten Führungswechsel bei der Tageszeitung Cumhuriyet bricht eine letzte Bastion der Pressefreiheit in der Türkei weg. Mindestens 20 Redaktionsmitglieder der Zeitung wurden entlassen oder haben gekündigt.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht die Türkei auf Platz 157 von 180 Staaten. 



nach oben