Verschwindenlassen in Mexiko | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Ausstellung und Werkstattgespräch am 27. Juni 2019 in Berlin ICS

Verschwindenlassen in Mexiko

Die Journalistin Marcela Turati bei einer Gedenkveranstaltung © picture alliance/Demotix

Reporter ohne Grenzen lädt ein zu Ausstellungseröffnung und Werkstattgespräch „Zwischen Gewalt und Selbstbestimmung – Journalismus und zivilgesellschaftliches Engagement in Mexiko“
mit Marcela Turati und Heriberto Paredes in Kooperation mit „Geographien der Gewalt“ und der Rosa-Luxemburg-Stiftung

am Donnerstag, den 27. Juni
von 17.00 bis 18.30 Uhr
Potsdamer Str. 144, 10783 Berlin, 5. OG.

Die indigene Gemeinde Santa María de Ostula an der Pazifikküste Mexikos hat sich dem organisierten Verbrechen, Bergbaukonzernen sowie der korrupten politischen Macht entgegengestellt, um ihr Territorium und ihre Identität zu verteidigen. In der Folge wurden 34 Mitglieder der Gemeinde ermordet, sechs verschwanden. Der Fotograf Heriberto Paredes begleitete die Gemeinde von 2014 bis 2019. Seine Bilder porträtieren ein komplexes und von der Gewalt durchzogenes Mexiko.

Mit verschwundenen Personen beschäftigt sich seit 2016 das journalistische Projekt „A dónde van los desaparecidos“ („Wohin gehen die Verschwundenen“), das Marcela Turati mit koordiniert; datenjournalistisch und in Reportagen aufbereitet. Erstmals macht es das Verschwindenlassen von Tausenden als systematisches Mittel der Einschüchterung in vielen Regionen Mexikos sichtbar.

Die beiden Medienschaffenden stellen im Gespräch ihre Projekte vor und schildern ihre Arbeitsbedingungen in einem Klima der Gewalt und Einschüchterung. Im Anschluss wird die Ausstellung „Warum leben wir im Paradies? Portrait einer Nahua-Gemeinde und ihr Kampf für das Leben“ von Heriberto Paredes eröffnet. Bei einem anschließenden Get-Together gibt es die Möglichkeit, die Gespräche zu vertiefen.

Der Gesprächspartner und die Gesprächspartnerin:

Heriberto Paredes ist selbstständiger Fotograf und Journalist. Er arbeitet mit verschiedenen unabhängigen mexikanischen und internationalen Medien zusammen. Seit 2011 begleitet er Prozesse bewaffneter Aufstände vor allem in den Regionen Michoacán und Guerrero.

Die Journalistin Marcela Turati schreibt seit vielen Jahren über den mexikanischen Drogenkrieg und seine Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Sie ist Mitbegründerin verschiedener Journalistenorganisationen, die u.a. investigativen Journalismus in Mexiko unterstützen und Journalistinnen und Journalisten Sicherheitstrainings bieten.

Moderation: Juliane Matthey, Pressereferentin Reporter ohne Grenzen

Die Veranstaltung findet auf Spanisch mit deutscher Übersetzung statt.

Wir bitten um Anmeldung per E-Mail.

Die Ausstellung ist ab dem 27. Juni nach vorheriger Terminabsprache für die Öffentlichkeit zugänglich. Interessierte melden sich bitte ebenfalls per E-Mail an. 

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