Polizei behindert Journalisten auf Demo | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Deutschland 21.08.2018

Polizei behindert Journalisten auf Demo

© picture alliance/Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert das Vorgehen der sächsischen Polizei gegen ein Kamerateam des ZDF und die anschließenden Äußerungen des sächsischen Ministerpräsidenten aufs Schärfste. Wie der Journalist Arndt Ginzel auf Twitter berichtet, wurde sein Kamerateam am Rande einer Pegida-Demonstration am Donnerstag (16.08.) von Polizisten an der Arbeit gehindert. Ein Video zeigt, wie die Polizisten die Personalien der Journalisten aufnehmen wollen, nachdem sich ein Demonstrant über Ginzels Kameramann beschwert hatte. Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer twitterte nach dem Vorfall: „Die einzigen Personen, die in diesem Video seriös auftreten, sind Polizisten.“

„Dass Ministerpräsident Kretschmer mit seinen Äußerungen diesen eklatanten Eingriff in die Pressefreiheit durch die sächsische Polizei legitimiert, ist völlig unverständlich“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Journalisten, die über Proteste rechter Gruppen berichten, sind ohnehin regelmäßig Angriffen und Anfeindungen durch Demonstranten ausgesetzt. Politiker sollten dieses feindselige Klima durch derartige Äußerungen nicht noch verstärken. Die Polizei muss dafür sorgen, dass Journalisten ungehindert ihrer Arbeit nachgehen können.“

Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Deutschland auf Platz 15 von 180 Staaten.



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