Aserbaidschan | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
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Aserbaidschan

Journalisten in Aserbaidschan müssen bei kritischer Berichterstattung mit Verleumdungsklagen rechnen. Viele kommen auch unter dem Vorwand von Drogenbesitz, Steuerhinterziehung oder der Anstachelung zum Hass ins Gefängnis. Private Unternehmen sind nicht verpflichtet, Auskünfte über ihre Besitzverhältnisse zu geben – diese Befreiung fördert Vetternwirtschaft und Korruption. Medien werden durch die strenge Vergabe staatlicher Lizenzen gegängelt. Programme ausländischer Sender wie BBC oder VOA dürfen nicht auf nationalen Frequenzen ausgestrahlt werden. Kritische Zeitungen wie Azadliq werden strukturell benachteiligt; sie dürfen zum Beispiel nicht an öffentlichen Kiosken verkauft werden. Seit 2013 sendet der Internet-Exilsender Meydan TV aus Berlin.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 163 von 180
Aserbaidschan / Kambodscha / Tansania / Türkei / Vietnam 28.09.2018

Schriftarten als Botschafter für Pressefreiheit

Reporter ohne Grenzen setzt anlässlich des Staatsbesuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Berlin ein Zeichen für die Pressefreiheit und startet die Aktion „Fonts for Freedom“. Dazu hat ROG die Typografien geschlossener Medien aus verschiedenen Teilen der Welt rekonstruieren lassen.

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Aserbaidschan 22.08.2018

Merkel muss Freilassung von Journalisten fordern

Reporter ohne Grenzen fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, bei ihrem Treffen mit Präsident Ilham Alijew in Baku am 25. August die Missachtung der Pressefreiheit anzusprechen und die Freilassung von Journalisten zu fordern. Aserbaidschan gehört zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Medienschaffenden weltweit.

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Aserbaidschan / Georgien 29.05.2018

Entführten Journalisten freilassen

Am Jahrestag der Entführung von Afgan Muchtarli erinnert Reporter ohne Grenzen an das Schicksal des aserbaidschanischen Investigativjournalisten, der wegen angeblichen illegalen Grenzübertritts in Haft sitzt. "Die lange Haftstrafe ist ein verheerendes Signal für aserbaidschanische Regimegegner, die selbst in Georgien immer stärker unter Druck stehen“, sagte ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger.

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Khadija Ismajilova über ihre Erfahrung als Journalistin Spionage ausgesetzt zu sein

Khadija Ismajilova ist eine aserbaidschanische Investigativ-Journalistin und ehemalige Radio-Moderatorin. Derzeit arbeitet sie für das Organized Crime and Corruption Reporting Project. Ihre Recherchen drehen sich meistens um Korruption von Staatsbeamten und Geschäftsmännern. 2015 wurde sie zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, aber ein Jahr später ordnete Aserbaidschans höchster Gerichtshof ihre Freilassung auf Bewährung an. Sie beteiligt sich an der Verfassungsbeschwerde von Reporter ohne Grenzen gegen das neue BND-Gesetz.

Amal Clooney über Khadija Ismajilowa

Die renommierte Menschenrechtsanwältin Amal Clooney vertritt die staatlich verfolgte aserbaidschanische Investigativjournalistin Khadija Ismajilowa vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.
Länderbericht

Journalisten zwischen
staatlicher Kontrolle und Selbstzensur

Mit dem Eurovision Song Contest 2012 wollte sich Aserbaidschan als modern und weltoffen zeigen, kontrollierte und schikanierte aber Journalisten und Medien. Ein Lagebericht nach dem ESC.

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